Das Kaffeehaus, die Kaffeehauskultur und die wichtigsten Fakten über die größten Kaffeehaus Promis der Belle Époque.


Das Kaffeehaus, die Kaffeehauskultur und die wichtigsten Fakten über die größten Kaffeehaus Promis der Belle Époque.

Wie Einspänner, Melange & Co Welt- und Literaturgeschichte schrieben.

 

Die Belle Époque, das Fin de siècle – das dekadente Ende des 19. Jahrhunderts, war einer der Höhepunkte der bis heute blühenden Wiener Kaffeehaus Kultur. Die Kaffeehäuser waren, und sind zum Teil heute noch, weniger Häuser als vielmehr Paläste. Paläste des Kaffees, Kathedralen der Muße. Wer heute etwas Zeit braucht um den Kopf freizukriegen, ist gut beraten einen solchen Ort aufzusuchen, denn mehr Freiheit – räumlich wie auch zeitlich – ist in der modernen Gastronomie- Landschaft im Grunde kaum noch zu finden. Viele der damals wie heute bekannten Gäste der Wiener Kaffeehäuser haben Welt- und Literaturgeschichte geschrieben und einige Highlights dieser großen Epoche wollen wir hier vorstellen.

Wie bei jeder großen Tradition nehmen die Ansprüche, die Wiener Kaffeehauskultur auch adäquat zu würdigen, mitunter leicht groteske Züge an. Beispielsweise forderte ein Chronist der Zeit seine Leser, immerhin noch höflich, auf: Das Wort Kaffee immer auf der zweiten Silbe zu betonen, auch beim stillen Lesen. Diese Situation hat sich mittlerweile entspannt, jeder kann heutzutage im Kaffeehaus reden wie er will und trinken was er will, im Zweifelsfall auch den ganzen Tag nur Champagner.

Das Kaffeehaus, das ist das Schöne, bleibt ganz von selbst etwas besonderes. Darin besteht der große Irrtum derjenigen, die meinen dem Besucher oder Leser etwas vorschreiben zu müssen. Das Kaffeehaus prägt seinen Gast, nicht der Gast das Kaffeehaus. Alfred Polgar, der in einem seiner Stücke den Literaturunterricht an den Schulen dadurch parodiert, dass Goethe zu einem Literatur Examen über Goethes Leben und Werk erscheint – und durchfällt, sagte über das Kaffeehaus es sei “eine Weltanschauung, und zwar eine, deren innerster ­Inhalt es ist, die Welt nicht anzuschauen.”  Das ist der entscheidende Freiraum, denn die räumliche Weite der großartigen Neorenaissance Architektur nimmt jeden Gast gefangen und bringt ihn zum Träumen. Man kann fast alles tun und muss doch eigentlich gar nichts tun. Das Kaffeehaus war und ist der Freiraum, sich einmal um sich selbst zu drehen. Es machte den Scharfsinnigen Belle Époque Hipstern Spaß, so heisst es, ihren Geist in elegante Kreiselbewegungen zu versetzen, immer um sich selbst herum; jeder Tisch eine Weltanschauung, jede Weltanschauung am Nachbartisch brillant widerlegt.

 

Leo Trotzki – Einspänner für die Weltrevolution

Die historisch folgenreichste Weltanschauung die je im Kaffeehaus mit entstand, entsprang wohl dem Charakterkopf des russischen Revolutionärs Leo Trotzki. Leo Trotzki war, so sagt man, die schillerndste Persönlichkeit der Oktoberrevolution in Russland. Bevor er nach Wien kommt und im Kaffeehaus seine Tage Schach spielend mit ein paar kleinen Braunen verbringt, hat er bereits eine durchaus bewegte Geschichte hinter sich. Er hat als Jahrgangsbester auf einer deutschsprachigen Schule seinen Abschluss gemacht und interessiert sich auch schon früh für sozialrevolutionäre Ideen. Er wendet sich gegen das Zarentum, sitzt dafür im Gefängnis und wird sogar nach Sibirien verbannt. Ihm gelingt zwar die Flucht auf einem Heuwagen, aber natürlich bleibt er weiterhin politisch unbequem und muss immer wieder ins Exil, wo es ihn dann von 1907 bis 1914 auch in die Kaffeehaus Metropole Wien verschlägt. Hier sitzt er des öfteren im Café Central aber neben Schachspiel und Wiener Melange sagt er selbst rückblickend diese Zeit sei die „theoretische Wegbereitung einer zweiten russischen Revolution“ gewesen und schon in seiner theoretischen Phase ist Trotzki, was die Reichweite seiner Revolutionspläne betrifft, kaum zu bändigen. In seiner Theorie der permanenten Revolution behauptet er, dass eine Revolution in Russland unter der Führung der Arbeiterklasse zum Scheitern verurteilt sei, wenn nicht gleichzeitig auch eine sozialistische Weltrevolution angestoßen würde. Dass diese Einstellung von seinen Realo Kollegen Lenin und Stalin nicht unbedingt positiv aufgenommen wurde, ist nicht weiter überraschend und sollte Trotzki eines Tages zum Verhängnis werden. Doch vorher erweist sich Trotzki doch noch auch außerhalb des Kaffeehauses durchaus als ein Mann der Tat. Als die Oktoberrevolution ausbricht geht er zurück nach Russland, wird Kriegskommissar der neuen Regierung, gründet die Rote Armee, fährt in einem gepanzerten Zug zwischen den verschiedenen Kriegsschauplätzen hin und her und kann den Bürgerkrieg letztendlich zu Gunsten der Revolutionäre entscheiden. Da er jedoch im Anschluss daran von seinen Kaffeehaus Plänen einer Weltrevolution nicht Abstand nehmen will, wird er von Stalin kaltgestellt und muss Russland für immer verlassen. Gegen Ende seines Lebens führt er in Mexico City tatsächlich ein durchaus beschauliches Leben, züchtet Kaninchen und sammelt Kakteen, doch das neugewonnene Idyll währt nicht lang: Ein Agent Stalins ermordet ihn mit einem Eispickel.

 

Sigmund Freud – Wiener Kaffee, Tarock & jede Menge Zigarren

Das Wiener Kaffeehaus war jedoch nicht nur ein Entstehungsort großer Träume, wie der von der Weltrevolution, es war auch ein Ort im therapeutischen Umgang damit. Der große Psychoanalytiker Sigmund Freud traf seine Patienten zur Anamnese vielleicht bei einem Café Melange, im Café Central, bevor sie ihr Seelenleben auf seiner Couch ausbreiten durften. Eigentlich hieß Freud mit bürgerlichem Namen Sigismund Schlomo Freud, doch schon in der Schule nennt er sich Sigmund Freud, um nicht permanent veralbert zu werden. Freud entdeckt das Wiener Kaffeehaus und seine Aura erst später in seinem Leben. Er beginnt seine Karriere als Mediziner mit Forschungen zum Geschlechtsleben von Aalen. Er seziert insgesamt 400 Aale kann jedoch unter den wenigen männlichen Aalen keine finden, die über ein vollständiges Inventar verfügen um Nachkommen zu zeugen. Frustriert nimmt sich Freud nun dem Nervensystem von Tieren und später der Psyche des Menschen an. Die Aalfrage wird erst 20 Jahre später endgültig beantwortet. Das Geheimnis: Die männlichen Aale werden erst 5000 km von Europa entfernt wirklich erwachsen. Manche Geheimnisse kann man eben durch einen Besuch im Kaffeehaus doch niemals lüften. Die reichhaltige Auswahl an Wiener Kaffeesorten ergründete Freud jedoch nicht im Café Central, sondern das Café Landtman sollte seine Heimat in der Kaffeehauskultur werden. Auch hier verknüpft er Arbeit und Muße beim Kaffee. Er lernt hier seine wichtigste Patientin Anna von Lieben kennen. Unter dem Namen Cäcilie M. ging sie als eine der ersten Patientinnen Sigmund Freuds in die Medizingeschichte ein. Er bezeichnete sie später als seine Lehrmeisterin. Sigmund Freud entwickelte erste Erfahrungen mit der Rede-Kur, wie die Gesprächstherapie damals genannt wird, und mit dem damals neuen Element der freien Assoziation. Wenn Freud nach getaner Arbeit das Kaffeehaus besuchte, dann spielte er dort leidenschaftlich gerne Tarock und rauchte Zigarren. „Samstag abends, nach elfstündiger Analysearbeit und am Ende einer Woche ohne Sonntag bin ich nicht zu gebrauchen und tue gut, Kartenspielen zu gehen“, heißt es in einem seiner Briefe. Seinen Biografen zufolge, war Freud zwar ein leidenschaftlicher, aber kein großartiger Tarockspieler. Was er dabei jedoch großartig zelebrierte war das Zigarre Rauchen. Seine Familie war wohl ganz froh darüber, dass er wenigstens zum Kartenspielen ins Kaffeehaus ging, denn seine verrauchte Wohnung inklusive Behandlungszimmer war legendär und alle freuten sich sehr, wenn hier für ein paar Stunden rauchfreie Zone war. Das jemand eine Zigarre nicht genießen konnte war ihm lebenslang ein Rätsel. Als sein Neffe eine Zigarre von ihm ablehnte sagte er nur: “Mein Junge, rauchen ist eine der größten und billigsten Vergnügungen im menschlichen Leben, und wenn du von vornherein beschließt, nicht zu rauchen, kann ich dich nur bedauern.” “Rauchen und Tarock spielen ist für ihn wie die Heimkehr zur Mutter, zu etwas unendlich Vertrautem, das zu begehren jedoch verboten ist” sagt eine Biografin über ihn, dumm nur, seine Mutter war zeitlebens eine bessere Tarockspielerin als er. Vielleicht nahm genau hier die Theorie des Ödipuskomplexes ihren eigentlichen Anfang.

 

Karl Kraus – Satire und Schmäh zum Wiener Kaffee

Doch es herrschte nicht nur Gemeinsinn und eitel Sonnenschein zwischen den Kaffeehaus Promis. Zum Beispiel gab es im Café Central fixe Stammtische mit unumstößlichen Regeln und festgelegten Gästen. Am Tisch des Satirikers Karl Kraus durfte nur auf seine persönliche Einladung hin gesessen werden. Freud dürfte hier niemals gesessen haben, denn Karl Kraus war ein leidenschaftlicher Kritiker Freuds, der kaum eine Gelegenheit ausließ, über ihn herzuziehen und seine Patienten zu bemitleiden. Überhaupt gab es wohl unter den Kaffeehaus Literaten niemanden der Streitlustiger war, als Karl Kraus. Er war dabei ein Sprach-Fetischist ohne gleichen. Mit 17 Jahren veröffentlichte er bereits den ersten Artikel in der Zeitung, mit 25 gründete er seine eigene Zeitschrift “Die Fackel” die am Ende 900 Ausgaben umfassen sollte. Im Alltag war Karl Kraus eher nicht so der umtriebige Typ. Er sagte einmal einen Roman könne er in „zwei anliegenden Kaffeehauszimmern spielen und einen Zeitraum von zwanzig Jahren umspannen lassen“. Die Handlung? „Die Handlung würde darin bestehen, dass sich ein Kaffeehaus Gast von einem Zimmer ins andere setzt.“ Er persönlich stand diesem Lebensstil durchaus nahe. Bei seinen Wohnungswechseln hat er zeitlebens nie einen Radius von wenigen hundert Metern im 1. Bezirk überschritten. Auch kulinarisch war sein Credo schlicht more of the same. Er entschied sich in der Regel, jedoch nicht ohne vorher ausgiebig die Speisekarte zu studieren, für Roastbeef mit Remoulade oder Tafelspitz mit Kartoffeln und einer(!) Sauren Gurke. Auch auf eine ausgefallene modische Selbstinszenierung wurde seinerseits weitgehend verzichtet. Er trug, sehr untypisch für das ausgehende 19. Jahrhundert, nie einen Bart, was zu dieser Zeit beinah Grundbedingung männlicher Eitelkeit war und auch mit Eigenlob hielt er sich zurück. Obwohl sein Allgemeinwissen bekanntermaßen sehr umfangreich war, war Bildung für ihn “Der Inbegriff dessen, was man vergessen hat.” Seiner Individualität und seinem Entdeckerdrang frönte er ausschließlich in seinen umfangreichen Schriften. Arnold Schönberg glaubte sogar, dass Kraus das Leben in erster Linie vom Kaffeehaustisch oder aus der Literatur kenne. Mit seiner Zeitschrift “Die Fackel” – damals etwas völlig Neues in der Medienlandschaft – zog Kraus gegen Machtstreben, Verlogenheit und Doppelzüngigkeit scharfzüngig und unnachsichtig zu Felde und nahm satirisch, aggressiv und absolut erbarmungslos die Medien seiner Zeit aufs Korn. Der abwertende Begriff der Jounaille geht auf ihn zurück und ist also auch der Kaffeehauskultur zu verdanken. Außerdem liebte es Karl Kraus Zeitungsenten zu verfassen, die er in Form von Leserbriefen in die Zeitungen “schmuggelte” Das Besondere an der Fackel war vor allem, dass Kraus nicht nur vermögend genug war sie komplett selbst zu finanzieren, sondern sie sogar zum Selbstkostenpreis verkaufen konnte. Er musste inhaltlich also auf niemanden Rücksicht nehmen, was er dann auch ausgiebig tat.

Das Ergebnis: Er wurde wegen seiner Zeitung ständig verklagt. Konnte sich aber auch diese Prozesse leisten. Insgesamt war er angeblich in über 200 Prozesse verwickelt. Verklagte Andere aber ebenso gern. Berühmt ist der Prozess um ein Komma, welchen Kraus durch drei(!) Instanzen hindurch führte. Eine Zeitung hatte sein Gedicht „Man frage nicht“ gedruckt, dort jedoch ein Komma vergessen. Das veränderte, so Kraus, den Sinn des Verses, die deutsche Sprache ist ja voller Raffinesse.

 

Hugo von Hofmannsthal – der musikalische Kaffeehaus Poet

Doch nicht nur literarisch, sondern auch musikalisch haben Einspänner und Co. im Kaffeehaus ihren indirekten Einfluss auf die Geschichte genommen. Die Figur die sich auf diesem Gebiet hervortat war der Lyriker, Librettist und Dramatiker Hugo von Hofmannsthal. Er betritt die Bühne der Wiener Kaffeehauskultur im zarten Alter von 16 Jahren. Schon als Schüler schrieb er unter Pseudonym Gedichte, und als die Kaffeehaus Dichterfürsten nach ihm riefen, erschien er mit spärlichem Oberlippenflaum und kurzen Knabenhosen im Café „Griensteidl“, um sich vorzustellen.

Die Reaktion der etablierten Literaten war eindrücklich. Stefan Zeig beispielsweise schrieb:

“Die Erscheinung des jungen Hofmannsthal ist und bleibt denkwürdig als eines der großen Wunder früher Vollendung; in der Weltliteratur kenne ich bei solcher Jugend außer bei Keats und Rimbaud kein Beispiel ähnlicher Unfehlbarkeit in der Bemeisterung der Sprache, keine solche Weite der ideellen Beschwingtheit, kein solches Durchdrungensein mit poetischer Substanz”.

Doch nicht nur als Lyriker, vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Richard Strauss ging er in die Musikgeschichte ein. Als Mitbegründer der Salzburger Festspiele schuf er das bis heute weltweit bedeutendste Festival der klassischen Musik, das seit 1920 jährlich stattfindet. Sein „Jedermann“ eröffnet bis heute jährlich die Salzburger Festspiele. Nach fast 700 Vorstellungen in einem knappen Jahrhundert ist der Jedermann ein einmaliges Phänomen im deutschsprachigen Theater.

Der Dichter war außerdem der erste – und einzige – Picasso-Sammler in Österreich: Im November 1912 hatte Hofmannsthal aus dem Fenster der Modernen Galerie von Heinrich Thannhauser in München heraus das frühe Selbstbildnis „Yo Picasso“ gekauft, mit dem Geld aus den Tantiemen für sein Libretto zum „Rosenkavalier“.

Am Tag als Hofmannsthal starb “waren die Dichter so niedergeschlagen, dass viele zu zahlen vergaßen” weiss Friedrich Torberg, ein wichtiger Chronist der Kaffeehaus Epoche,  in “Requiem für einen Oberkellner” zu berichten. Doch offensichtlich Jahre später erinnerte Oberkellner Hnatek Franz Werfel, der zufällig wieder vorbeikam, diskret aber bestimmt daran, dass noch eine Teeschale Braun und ein Gebäck offen seien. Die Oberkellner im Kaffeehaus waren also verständnisvoll und nachsichtig wenn es sein musste, aber grundsätzlich buchhalterisch gnadenlos und niemals vergesslich.

 

Rober Musil – der Monumentale

Bei Herrn Hnatek dürfte auch unser letzter berühmter Schriftsteller seinen kleinen Braunen bezahlt haben – Robert Musil – der Monumentale. Niemand sonst hat der K.u.K Monarchie ein derart umfangreiches und geistreiches literarisches Denkmal gesetzt, der ihm lange nach seinem Tod den Ruf des Jahrhundertschriftstellers einbringen sollte. Er soll eigentlich Ingenieur werden, wechselt aber nach der zweiten Ingenieurs Prüfung zu Philosophie und Psychologie.

Sein literarisches Hauptwerk “Der Mann ohne Eigenschaften” dauert als Hörbuch 63 Stunden. Das Manuskript war 6000 Seiten lang und doch blieb der Roman unvollendet. Faszinierend war und ist, dass dieser Roman eine ungeheure Bedeutung in der Literatur und weit darüber hinaus erlangte, obwohl viele Menschen zugegeben haben, ihn nie, zumindest nicht fertig gelesen zu haben. Selbst Musils Zeitgenosse Thomas Mann gab zu, mit großem Interesse zu lesen, aber im Zweifel zu sein, ob er durchhalte.

Doch wie schaffte es Musil so unglaublich viele Seiten mit hoch literarischem Text zu füllen? Eigentlich ganz einfach. Schon am ersten Satz in “Der Mann ohne Eigenschaften” lässt sich die Technik sehr gut veranschaulichen. Hier also eine kleine Kostprobe zum Abschluss unserer kleinen Kaffeehaus Geschichte:

“Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913.” Also einfach an einem schönen Augusttag ins Kaffeehaus gehen, wie Musil über das Wetter reden und blitzschnell wird sehr viel Zeit bei einer Melange vergehen und die Belle Époque wiederauferstehen.